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Weihnachten und das Sägeweb

Es begab sich aber zu der Zeit ... als Herr Knorr Direktor von Herzogsägmühle war ...

dass eine kleine schon fast in Vergessenheit geratene Webseite namens "SAEGEWEB" in die Lage kam wieder wachgeküsst werden zu sollen.

Zwar ist dieses Ereignis freilich nicht mit dem zu vergleichen, was damals in Bethlehem geschah ... :-), doch vielleicht kann diesem kleinen Kind, das nie das Mannesalter erreichte etwas aufgeholfen werden ... aber das geht wohl nur, wenn etliche Herzogsägmühler Bürger und Bürgerinnen, RehabilitantInnen und BewohnerInnen auch die Lust verspüren etwas dazu beizutragen und diesem Ansinnen auch zeitlich in Ihrem Leben Raum geben - z. B. 2018 !!!

So begab es sich dieses Jahr, dass Frits bei einer Recherche über Gordon Sherwood über das SAEGEWEB stolperte ... im Zuge dessen haben wir uns kennengelernt und angefangen uns jede Woche zwei Stunden zu treffen um an dieser Seite zu arbeiten.

"Frits' Splitter" sind ein Anfang und noch unfertiges Beispiel in welche Richtung sich das SAEGEWEB entwickeln könnte

Mit "das Wort ward Fleisch" können wir freilich nicht dienen, aber wenn viele kleine Worte die neue SAEGEWEBseite bunter machen würden wäre unsrem Wiedergefundelkind schon geholfen. Wenn also jemand, der in Herzogsägmühle wohnt, lebt oder arbeitet und gerne etwas schreibt, z. B. über sein Hobby oder seine Leidenschaft, eine Diskussion anregt, seine künstlerische Ader verschiedenartig ausdrückt oder über eine Veranstaltung berichtet wäre das SAEGEWEB eine Möglichkeit dazu. Und je mehr Leute diesem Ruf folgen, umso bunter würde dieser "virtuelle Ort zum Leben", der dann etwas von dem wiederspiegeln würde, was hier Bewohner und Mitarbeiter in Herzogsägmühle leben.

Und wie damals die Hirten nicht schweigen konnten von dem Wunder der heiligen Nacht wäre es dem Sägeweb hilfreich, wenn Du oder Sie davon weitersagen und sich vielleicht bei uns melden ... :-) In diesem Sinne FROHE WEIHNACHTEN und ein kreatives neues Jahr!

Jörg mit besten Grüßen und Wünschen von Frits

Und Frits wünscht sich auch, dass nicht nur Herzogsägmühler mitarbeiten, sondern auch Alle die die Idee des "Ortes zum Leben" gutheißen.



Sägespäne No. 3

Liebe Leserinnen und Leser,

Was lange gärt wird  endlich … nach langer Pause, seit  letztem Jahr, im Mai 2010 —erscheint nun endlich die aktuelle Ausgabe der Sägespäne No.3 !!!
Was hat sich getan ?  Astrid Berger ist in Mutterschaftsurlaub gegangen—Glückwunsch für‘s Baby hiermit !  Katharina Wienke ist an ihre Stelle getreten.
Sie hält mit dem V.i.S.d.P.  (Verantwortlich im Sinne des Presserechts) ihren Kopf hin, wird aber nicht müde zu betonen, dass es unsere Zeitung ist.
Geboten haben wir wieder eine bunte Mischung verschiedenartiger Gedichte und Geschichten, beigesteuert von Anett Krause, Florian Weber, Florian Huber, und Julia Schmidt. Zwei Interviews mit Ex-EU-Freiwilligem Olcay und mit Oliver Wölfle übers Bauerntheater. Berichte vom Fliege-Vortrag von Birgit Kühle und ein Konzertbericht von Richard Meyer. Bilder von unserer Mitredakteurin Veronika Daffner und von Alexander Voigts. Eine Schachaufgabe, von Albert Thissen eingereicht und zwei Artikel über Worte von G. K. Chesterton und Bücher von Louis de Wohl von mir.

Wer gerne mitmachen möchte—die Redaktionstermine stehen im Programm des Freizeit und Bildungswerks und Kontaktperson ist Katharina Wienke im Freizeitwerk (Tel. 106). Oder einen persönlich bekannten Redakteur bzw. Redakteurin (s.o.)  ansprechen.
Viel Spaß beim Lesen !
Mal schaun, ob es eine vierte Ausgabe gibt ? Rückmeldungen gerne an uns alle vom Redaktionsteam!

Grüße von der Redaktion [hier: Jörg Kuppler]



History – Flatterblatt, WISN, nemo – Sägespäne

1995 kam ich ins Haus 4 der Häuser am Latterbach und vermutlich im selben Jahr in Berührung mit dem Flatterblatt, der damaligen Latterbachzeitung, die derzeit hauptsächlich von dem Zivi in der Beschäftigungstherapie betrieben wurde. „Noch ursprünglicher“ geht das Flatterblatt auf einen Mitarbeiter namens Herr Gruber zurück, wie ich hörte.
Da ich gerne schrieb und etwas fürs Zeitungsmachen übrig hatte wollte ich mich beteiligen und durfte mitmachen.
Bilder mussten bei Musiktherapeut Herrn Flach eingescannt werden, da wir in der BT (Beschäftigungstherapie) unten keinen Scanner hatten.
Es fand sich alles Mögliche im Flatterblatt – Rätsel (sogar mit Preisen – die noch nicht alle verteilt wurden ...), viel Thematisches, Gedichte, Interviews, Geschichten ... Zeitgeschichte fand sich z. B. mit der Dokumentation von Stoibers Herzogsägmühlebesuch und einem Bericht über die „Hexe von Schongau“ (Schongauer Schauspiel) im Flatterblatt. Gerade bei Interviews hatte man als Redakteur die Chance Leuten Fragen zu stellen und etwas über sie in Erfahrung zu bringen. Z. B. konnte ich mit Herrn Fichtner noch ein Interview führen kurz vor seinem Wechsel vom Latterbach zum Schöneckerhaus.
Der Redaktionskern wechselte ab und zu. Nachdem mein Freund Didi Häußinger nach einigen Ausgaben nicht mehr zur Verfügung stand, war Isa Schneider in meiner Schongauer WG-Zeit mit die treibende Kraft fürs Flatterblatt.
Zigarillo- (von mir) und Zigarettenqualm benebelte sanft die Fertigstellung der aktuellen Nummer in meinem Zimmerchen in der Bauerngasse 16.

Dann kam es irgendwann zum Resultat – das Flatterblatt ist tot – es lebe die WISN. Das Flatterblatt als Latterbachzeitschrift hörte auf zu existieren. Herrn Dürr war von mir ein Konzept für eine Herzogsägmühler Zeitschrift (von Seiten der Hilfeberechtigten) vorgelegt worden, die vom Prinzip her dem Flatterblatt ähnlich, jedoch auf Gesamtherzogsägmühle Bezug nahm. WISN stand für „Was ist schon normal ?“ und auch das Wortspiel mit der Münchener Wiesn war erwünscht. Also kam die erste Nummer der WISN im Jahr 2002 im DinA 5-Format heraus auf gelbem Papier.
Seither sind einige Ausgaben herausgekommen, anfangs noch häufiger – auch durch die Beharrlichkeit der damaligen Redaktionsmitglieder. Ich erinnere mich noch an eine Weihnachtsaktion, wo Susanne und ich in Schongau die Leute fragten, was für sie Weihnachten bedeutet.
In den Jahren 2004 und 2005 beschränkte sich die WISN auf die Weihnachtsausgabe. Es fehlte wohl ein bisschen der Motor. 2006 gab es keine Ausgabe. Derweil hat die WISN als Herzogsägmühler Zeitschrift „Konkurrenz“ bekommen von der nemo.
Der formelle Unterschied lag darin, dass die nemo ausschließlich im Internet erschien und die WISN eine Printausgabe war, die auch im Internet zu lesen ist.

Ende 2006 kam es dann zur Aufnahme von „Verhandlungen“ bzw. Quatschen darüber, ob WISN und nemo zusammengehen und wie das zu bewerkstelligen sei. Dies wurde denn auch beschlossen und so fand am 16. Januar 2007 das erste „Sägespäne“-Treffen statt mit ehemaligen nemo- als auch WISN-Mitgliedern. Astrid Berger vom Freizeit- und Bildungswerk nimmt sich Zeit für die monatlichen Sägespänesitzungen, schaut unsere Artikel durch oder schlägt Änderungen vor, was nicht heißt, dass in den Sägespänen kritische Artikel keinen Platz hätten.

Dieser kurze Abriss erhebt freilich keinen Anspruch auf Vollkommenheit in irgendeiner Weise Smiley. Viel Spaß mit den neuen Sägespänen beim Beitragen und Lesen !!!

Gruß, Jörg Kuppler (Mit(ex)redakteur von Flatterblatt, WISN, Sägespäne)

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Tu was Du willst, und verletze niemanden

 

Wer nach diesem Motto sein Leben ausrichtet zeigt damit Zweierlei; als erstes:"Ich bin unabhängig und frei und tue, was ich will. Ich lasse mich nicht unterdrücken oder fremdbestimmen." Als zweites, und gleichwertiges, sagt er aber auch: "Die Anderen, meine Mitmenschen sind mir wichtig. Ich gebe auf sie acht und achte sie in ihrer Würde. Daher bemühe ich mich niemanden absichtlich zu verletzen."
Soweit die Theorie. Wie so oft gestaltet sich die Lebenspraxis weit schwieriger als das Lebensmotto. In Bezug auf unsere Zeitung nemo und das Thema der Meinungsfreiheit im Allgemeinen bedeutet das: Was kann ich sagen und was verkneife ich mir lieber? Was ist wichtiger - die Freiheit zu sagen was ich will oder  Andere nicht zu verletzen? Der "Karikaturenstreit" in der Weltpresse und einigen islamischen Ländern zeigt wie heikel das Thema ist. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist eine Grundsäule der Demokratie. Für manche religiösen Muslime ist aber die Ehre ihres Propheten Mohammed ein wesentlich höherer Wert als Meinungsfreiheit oder Demokratie.
Es gibt eine Redewendung die auf diesen Konflikt hinweist : "Die eigene Freiheit endet da, wo die eines Anderen beginnt". Es gibt also Situationen, wo ich das, was ich sagen will nicht sagen kann, ohne jemand Anderen zu verletzen. Oft passiert  die Verletzung der Freiheit, der Werte oder der Würde Anderer aber auch unabsichtlich. Der oder die Andere ist eben anders, das heißt nicht wie ich und deshalb weiß ich oft gar nicht, was den Anderen verletzt.
Dann hilft nur sich entschuldigen, einander zuhören - und verzeihen.
Natürlich kann ich mir auch vorher schon Gedanken um den Anderen machen - und das ist beim Schreiben ja leichter als beim Reden - und kann so diese Situation vermeiden.
Zensur ist ein hartes Wort. Doch jede Zeitung hat ihre ChefredakteurInnen, die entscheiden, ob etwas veröffentlicht wird oder nicht. Jede Zeitung hat dabei ihre eigenen Kriterien und Werte nach denen entschieden wird : von "Bild Dir Deine Meinung" (Hauptsache es bringt Geld) bis zu Aktualität (auf Seite Eins aller Tageszeitungen), stilistischem Niveau, Recherchequalität,Themenrelevanz und politischer Ausrichtung spielt vieles eine Rolle, wenn es darum geht, ob ein Artikel veröffentlicht wird oder nicht. Mit Presse kann man Menschen schaden oder helfen.
Als Mensch versuche ich nach dem Motto zu leben: "Tu was Du willst und verletze niemanden", als "Chefredakteurin" von nemo, d.h. letzlich verantwortliche Mitarbeiterin für alles was hier veröffentlicht wird, bemühe ich mich genau darum bei der Korrektur der Artikel. Es ist mir wichtig, dass nemo eine freie Zeitung von Herzogsägmühlern ist, wo sie  kein Blatt vor den Mund nehmen müssen. Gleichzeitig ist es aber meine Aufgabe und Überzeugung dafür zu sorgen, dass dadurch niemand verletzt wird. Dabei dienen mir die Werte von Herzogsägmühle als Entscheidungskriterien. Der wichtigste Wert  (auch der erste Artikel des Grundgesetzes) und in Herzogsägmühle, wie ich finde, erlebbare Einstellung im Umgang miteinander, ist :
die Würde eines jeden Menschen zu achten
(siehe www.datenschutz-berlin.de/recht/de/gg/gg1_de.htm und www.herzogsaegmuehle.de/137.html ). Das schließt automatisch aus, dass Menschen beleidigt oder schlechtgemacht  werden, auch Menschengruppen, wie "die Behinderten", "die Männer", "die Frauen", "die Alten", "die Jugendlichen" ,etc. etc..
Manchmal ist die Lebens- und die Chefredakteurspraxis schwierig: Humor spielt oft mit den Grenzen des guten Geschmacks oder geht auf Kosten Anderer. Nun ist aber Humor für mich auch ein Wert, eine Bereicherung des Lebens, etwas, das über die Grundbedürfnisse der Freiheit und der Achtung meiner Würde und die meiner Mitmenschen hinaus, für meine Lebensqualität unerlässlich ist. Und "Lebensqualität" ist ja auch das Herzogsägmühler Motto für 2006. In diesem Sinne kann ich nur hoffen, dass uns Humor auch ohne das Herabsetzen unserer Mitmenschen gelingt und wir mit Humor auf die unvermeidlichen Zusammenstösse unserer Freiheit mit der der Anderen reagieren können. Wie Joachim Ringelnatz, der sagte: "Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt."


Astrid Berger

 

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